Ein Partner ist verbeamtet und privat krankenversichert, der andere angestellt oder selbstständig und in der gesetzlichen Krankenversicherung. Diese Konstellation gibt es in vielen Beamtenfamilien.
Gerade wenn Kinder da sind, wirkt die GKV zunächst oft wie die günstigste Lösung:
„Die Kinder sind doch kostenlos mitversichert – warum sollte ich dann in die PKV wechseln?“
Die Frage ist absolut berechtigt. Allerdings greift die Rechnung zu kurz.
Entscheidend ist nicht nur, ob eure Kinder einen eigenen Beitrag zahlen. Entscheidend ist, was eure Familie insgesamt für die Krankenversicherung ausgibt, welche Leistungen ihr dafür bekommt und wie sich eure Situation in Zukunft entwickeln kann.
Genau deshalb lohnt sich ein genauer Vergleich von GKV und PKV.
Kann ich als Partner eines Beamten überhaupt in die PKV wechseln?
Bevor wir über Beiträge und Leistungen sprechen, muss zunächst geklärt werden, ob ein Wechsel überhaupt möglich ist.
Der Beamtenstatus deines Partners bedeutet nicht automatisch, dass auch du dich privat versichern kannst.
Bist du angestellt, spielt vor allem dein Einkommen eine Rolle. Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt 2026 bei 77.400 Euro brutto im Jahr beziehungsweise 6.450 Euro monatlich. Wer als Arbeitnehmer die Voraussetzungen für Versicherungsfreiheit erfüllt, kann grundsätzlich freiwillig in der GKV bleiben oder sich privat versichern. Bei Selbstständigen gelten andere Voraussetzungen.
Deshalb klären wir zuerst:
Hast du überhaupt die Wahl zwischen GKV und PKV?
Erst danach ergibt ein konkreter Vergleich Sinn.
GKV oder PKV: Was kostet dich die Krankenversicherung wirklich?
In der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Beitrag grundsätzlich nach dem beitragspflichtigen Einkommen – bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Wer entsprechend viel verdient, zahlt deshalb einen vergleichsweise hohen GKV-Beitrag.
Die PKV funktioniert anders. Dort hängt der Beitrag nicht unmittelbar von deinem Einkommen ab. Entscheidend sind unter anderem dein Eintrittsalter, dein Gesundheitszustand und der gewählte Tarif.
Gerade für gutverdienende Angestellte kann daraus ein interessanter Vergleich entstehen.
Denn auch privat versicherte Arbeitnehmer erhalten grundsätzlich einen Arbeitgeberzuschuss zur PKV. Dieser ist gesetzlich begrenzt und beträgt höchstens die Hälfte des berücksichtigungsfähigen tatsächlichen Krankenversicherungsbeitrags.
Das bedeutet aber nicht:
Hohes Einkommen = PKV ist automatisch günstiger.
So einfach ist es nicht. Wir müssen unter anderem berücksichtigen:
- deinen tatsächlichen GKV-Beitrag,
- den Beitrag eines passenden PKV-Tarifs,
- den jeweiligen Arbeitgeberanteil,
- die Absicherung der Kinder und
- mögliche Beihilfeansprüche.
Erst daraus ergibt sich eine faire Gesamtrechnung.
Was passiert mit den Kindern?
Für Beamtenfamilien ist das häufig der entscheidende Punkt.
In der GKV können Kinder unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei familienversichert werden. Genau deshalb erscheint die gesetzliche Krankenversicherung für den angestellten Partner häufig besonders attraktiv.
Allerdings ist eine kostenlose Familienversicherung nicht in jeder Konstellation möglich.
Bei verheirateten Eltern oder eingetragenen Lebenspartnern kann sie für die Kinder ausgeschlossen sein, wenn der nicht gesetzlich versicherte Elternteil regelmäßig mehr verdient als das GKV-Mitglied und sein Einkommen gleichzeitig über der maßgeblichen Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt.
Die erste Frage lautet deshalb:
Können eure Kinder tatsächlich kostenlos familienversichert werden?
Ist das der Fall, ist das ein klarer Vorteil, den wir bei der GKV berücksichtigen.
Und wie sieht es mit den Kindern in der PKV aus?
In der privaten Krankenversicherung gibt es keine kostenlose Familienversicherung. Jedes privat versicherte Kind benötigt einen eigenen Versicherungsschutz.
Bei Beamtenfamilien kommt allerdings häufig die Beihilfe hinzu.
Berücksichtigungsfähige Kinder erhalten beispielsweise nach dem Bundesbeihilferecht einen Beihilfebemessungssatz von 80 Prozent der beihilfefähigen Aufwendungen. Für den verbleibenden Absicherungsbedarf kann eine entsprechende private Krankenversicherung gewählt werden.
Für Lehrkräfte ist allerdings häufig das Beihilferecht des jeweiligen Bundeslandes maßgeblich. Die konkrete Regelung sollte deshalb immer individuell geprüft werden.
Genau an dieser Stelle entsteht häufig ein Denkfehler:
GKV
Hoher eigener Beitrag möglich – dafür können die Kinder unter den entsprechenden Voraussetzungen beitragsfrei familienversichert sein.
PKV
Eigener Beitrag für den Partner plus Beiträge für die Kinder – dafür können Beihilfe und Arbeitgeberzuschuss die tatsächlichen Kosten beeinflussen.
Welche Variante günstiger ist, erkennt man erst, wenn man die komplette Familie betrachtet.
Deshalb vergleichen wir nicht einfach „kostenlose Kinder in der GKV“ mit „kostenpflichtigen Kindern in der PKV“.
Wir vergleichen die Gesamtkosten beider Möglichkeiten.
Nicht nur auf den Beitrag schauen: Welche Leistungen sind dir wichtig?
Natürlich sollte die Entscheidung nicht ausschließlich vom Preis abhängen.
In der PKV richtet sich der Leistungsumfang nach dem gewählten Tarif und den vereinbarten Versicherungsbedingungen. Je nach Tarif können beispielsweise umfangreichere Leistungen bei Zahnersatz, stationären Behandlungen, Sehhilfen oder bestimmten Heil- und Hilfsmitteln vereinbart werden.
Deshalb wäre aber auch die Aussage „PKV bedeutet automatisch bessere Leistungen“ zu pauschal.
Es gibt große Unterschiede zwischen den Tarifen.
Für uns geht es deshalb nicht darum, irgendeine möglichst günstige PKV zu finden. Wir schauen, welcher Versicherungsschutz zu deinen Anforderungen passt und welche Leistungen langfristig sinnvoll sind.
Auch die GKV kann je nach persönlicher Situation die passendere Lösung sein.
Heute günstig reicht nicht: Elternzeit, Teilzeit und Familienplanung mitdenken
Eine Krankenversicherung ist eine langfristige Entscheidung.
Deshalb sollte eine Rechnung nicht nur für die aktuelle Situation funktionieren.
Vielleicht plant ihr weitere Kinder. Vielleicht geht ein Elternteil später in Elternzeit oder reduziert seine Arbeitszeit. Auch Einkommen und berufliche Situation können sich verändern.
Diese Punkte können Auswirkungen auf Beiträge, Arbeitgeberzuschuss, Versicherungsstatus und Familienversicherung haben.
Hinzu kommt: Ein Wechsel von der PKV zurück in die GKV ist später nicht jederzeit frei möglich. Die gesetzlichen Möglichkeiten hierfür sind begrenzt.
Deshalb schauen wir nicht nur darauf:
„Was spare ich heute im Monat?“
Sondern auch:
„Passt diese Entscheidung zu unserer Familie in fünf, zehn oder zwanzig Jahren?“
Das ist für uns der wesentlich sinnvollere Vergleich.
Warum auch der Gesundheitszustand eine Rolle spielt
Bei einem Wechsel in die private Krankenversicherung findet grundsätzlich eine Gesundheitsprüfung statt. Alter und Gesundheitszustand können Einfluss auf den Beitrag und die Annahmebedingungen haben.
Deshalb kann es sinnvoll sein, die Möglichkeiten frühzeitig zu prüfen.
Das bedeutet nicht, dass du dich anschließend für die PKV entscheiden musst.
Gibt es Vorerkrankungen oder gesundheitliche Besonderheiten, können wir bei Bedarf zunächst prüfen, wie Versicherer die Situation bewerten. So kennen wir die tatsächlichen Möglichkeiten, bevor eine Entscheidung getroffen wird.
Für wen lohnt sich ein Vergleich besonders?
Genauer hinschauen solltest du insbesondere, wenn dein Partner oder deine Partnerin verbeamtet ist und mindestens einer dieser Punkte auf euch zutrifft:
- Du bist gutverdienender Angestellter und kannst zwischen GKV und PKV wählen.
- Du bist selbstständig.
- Ihr habt Kinder oder plant eine Familie.
- Eure Kinder könnten beihilfeberechtigt sein.
- Du zahlst bereits einen hohen GKV-Beitrag.
- Dir sind bestimmte medizinische Leistungen besonders wichtig.
Das bedeutet nicht, dass die PKV anschließend automatisch die richtige Wahl ist.
Es bedeutet nur: Bei euch lohnt es sich, beide Möglichkeiten einmal konkret durchzurechnen.
Fazit: Für Beamtenpartner entscheidet die Gesamtrechnung
Ob sich die PKV für Beamtenpartner lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten.
Die GKV kann gerade durch die beitragsfreie Familienversicherung der Kinder sehr attraktiv sein. Gleichzeitig kann eine private Krankenversicherung für bestimmte Angestellte oder Selbstständige finanziell und beim gewünschten Leistungsumfang interessant sein.
Bei Beamtenfamilien kommt zusätzlich die Beihilfe für berücksichtigungsfähige Familienmitglieder ins Spiel.
Deshalb schauen wir nicht nur auf einen einzelnen Monatsbeitrag.
Wir vergleichen, was GKV und PKV für eure gesamte Familie kosten und leisten.
Dabei berücksichtigen wir euren Versicherungsstatus, Arbeitgeberzuschuss, Kinder, Beihilfe, Leistungen, Gesundheitszustand und eure weitere Familienplanung.
So könnt ihr auf einer nachvollziehbaren Grundlage entscheiden, welche Krankenversicherung langfristig zu euch passt.
GKV und PKV für eure Familie vergleichen lassen
Du möchtest wissen, ob sich die private Krankenversicherung für dich als Partner oder Partnerin eines Beamten lohnt?
Wir schauen uns eure Situation gemeinsam an und stellen GKV und PKV mit konkreten Zahlen gegenüber. Wenn gesundheitliche Themen eine Rolle spielen, prüfen wir bei Bedarf vorab, welche Möglichkeiten bestehen.